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.05 Schutzkonzept & Schulung: warum wir Auszubildende sicher begleiten müssen


Verantwortung beginnt mit Bewusstsein


Auszubildende sind die Zukunft jeder Organisation. Gleichzeitig sind sie besonders verletzlich.Sie starten voller Motivation ins Berufsleben, bringen Lernbereitschaft und Engagement mit. Doch auch Unsicherheit, Anpassungsdruck und Abhängigkeit sind mit im Gepäck.


Viele Unternehmen haben heute Compliance-Richtlinien und Schulungen zu Datenschutz oder Arbeitssicherheit.

Noch zu wenige fragen: Wie schützen wir eigentlich unsere Auszubildenden vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz, Diskriminierung und Machtmissbrauch?


Ein wirksames Schutzkonzept für Auszubildende, kombiniert mit gezielten Schulungen für Führungskräfte und Ausbilder:innen, ist kein Zusatz, sondern Ausdruck professioneller Organisationskultur.


Warum Auszubildende besonderen Schutz brauchen


Auszubildende bewegen sich in einem sensiblen Spannungsfeld zwischen Lernen und Leistung. Sie sind gleichzeitig Schüler:innen und Beschäftigte, bewertet von Vorgesetzten, Ausbilder:innen und Kolleg:innen.


Das schafft Abhängigkeiten und Risiken:

  • Hierarchie und Machtgefälle: Ein Nein kann sich gefährlich anfühlen.

  • Fehlende Handlungssicherheit: Viele wissen nicht, wann sie Grenzen ziehen dürfen.

  • Anpassungsdruck: Wer „dazu gehören“ will, schweigt oft über unangenehme Situationen.

  • Vorbelastung: Studien zeigen, dass viele junge Menschen schon vor Eintritt ins Berufsleben sexualisierte Grenzverletzungen erlebt haben.


Diese Dynamik macht Schutzstrukturen und regelmäßige Schulungen unverzichtbar.


Was Unternehmen und Behörden konkret tun können


Ein modernes Schutzkonzept für Auszubildende kombiniert klare Strukturen mit kontinuierlicher Qualifizierung aller Beteiligten.


1️⃣ Klare Zuständigkeiten und Meldewege

  • Benennen Sie feste Ansprechpersonen für Auszubildende, idealerweise außerhalb der direkten Hierarchie.

  • Entwickeln Sie klare Meldewege und Verfahrensabläufe bei Grenzverletzungen.

  • Machen Sie diese Strukturen bereits im Onboarding transparent.


2️⃣ Schulungen für Führungskräfte und Ausbilder:innen

  • Führen Sie regelmäßige Schulungen für Führungskräfte zu Themen wie Macht, Nähe, Verantwortung und psychologische Sicherheit durch.

  • Ergänzen Sie dies um Schulungen zu sexueller Belästigung am Arbeitsplatz – mit realistischen Fallbeispielen, rechtlichem Rahmen (AGG) und konkretem Handlungswissen.

  • Sensibilisierung ist keine Einmalmaßnahme, sondern ein fortlaufender Prozess.


3️⃣ Schulungen für Auszubildende

  • Bieten Sie Schulungen für Auszubildende an, die Selbstbehauptung, Kommunikation und das Erkennen von Grenzverletzungen fördern.

  • Vermitteln Sie Wissen zu Rechten, Beschwerdewegen und Unterstützungsangeboten.

  • Stärken Sie das Vertrauen, dass Meldungen ernst genommen werden.


4️⃣ Schutzkonzept entwickeln und regelmäßig prüfen

  • Führen Sie eine Risikoanalyse durch: Wo entstehen ungleiche Machtverhältnisse oder riskante Situationen?

  • Formulieren Sie klare Leitlinien für Prävention und Intervention.

  • Überprüfen Sie jährlich, ob die Maßnahmen wirksam sind.


5️⃣ Vertrauenspersonen und externe Beratung

  • Ernennen Sie unabhängige Vertrauenspersonen, die für Auszubildende leicht erreichbar sind.

  • Kooperieren Sie mit externen Fachstellen oder Trainer:innen, die Erfahrung mit Prävention sexueller Belästigung haben.


Warum Schulung und Schutzkonzept zusammengehören


Ein Schutzkonzept bleibt wirkungslos, wenn Führungskräfte und Mitarbeitende nicht wissen, wie dieses im Alltag umgesetzt werden kann.


Regelmäßige Schulungen zu sexueller Belästigung am Arbeitsplatz vermitteln genau das: Verständnis für Dynamiken, Sicherheit im Handeln und eine gemeinsame Sprache.


👉 Eine Schulung für Führungskräfte schafft Bewusstsein für Verantwortung und Vorbildrolle.

👉 Eine Schulung für Auszubildende gibt Sicherheit und stärkt Selbstwirksamkeit.


So entsteht das, was jedes Unternehmen braucht: psychologische Sicherheit – die Basis einer respektvollen, lernenden Organisation.


Schutz ist Haltung, nicht Kontrolle


Wer Auszubildende schützt, stärkt das gesamte Unternehmen. Ein verbindliches Schutzkonzept und regelmäßige Schulungen für Führungskräfte und Auszubildende sind kein Zeichen von Misstrauen, sondern von Professionalität.

Denn Prävention bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Nicht erst, wenn etwas passiert, sondern jeden Tag.

ree

 
 
 

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